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ALFELDER ZEITUNG – FREITAG, 17. JANUAR 2003/SEITE 11
Nach Gespräch mit Straftätern hat es „klick“ gemacht
9. Klasse der Schulrat-Habermalz-Schule setzt sich mit Folgen von Rechtsbrüchen auseinander / Besuch im „Knast“
Alfeld (bar). „Ich hätte nicht gedacht, dass die uns die Fragen beantworten",
staunte eine Neuntklässlerin der Schulrat-Habermalz-Schule nach einer Begegnung mit Straftätern. Dieses für die Schülerinnen und Schüler beeindruckende Gespräch lief im Vorbeugungs-Projekt „PRINT“, das der
Sozialarbeiter Dieter Knoop an der Alfelder Schule auf den Weg gebracht hat. Die Abkürzung "PRINT" steht für „
Präventions- und Integrationsprojekt an der Schulrat-Habermalz-Schule". Im vergangenen Jahr nahm die 9. Klasse der Lehrerin Gerda Herbote an der Pilotprojektreihe
„Täter, Opfer, Strafen, Hilfen..." teil. Die Schüler setzten sich mit Straftaten und den Folgen für die Täter auseinander. Aber auch Hilfsangebote an die Opfer wurden thematisiert. Schließlich ging es um
Zivilcourage als Zeuge einer Auseinandersetzung. Einer der „Höhepunkte" war das Gespräch mit sieben Inhaftierten der Jugendvollzugsanstalt Hameln in Alfeld sowie der „Gegenbesuch" der Klasse im
„Knast". Vor diesen Besuchen hatte Knoop die Schüler ausführlich auf die Begegnung mit den jugendlichen „Knackis" vorbereitet und Fragen erarbeitet. Die Neuntklässler hatte vor allem
beeindruckt, dass die verurteilten Täter nicht „ganz cool" von ihren Straftaten und dem Leben im Gefängnis berichteten, sondern auch auf eigene Gefühle eingingen. Vor allem sei den jungen Menschen deutlich
geworden, was es wirklich heißt, für mehrere Jahre hinter Gittern leben zu müssen. Ins Gespräch seien sie mit Gefangenen aus dem offenen Vollzug gekommen, die ihnen den schweren Weg aus dem geschlossenen
Vollzug in Tündern schilderten und was es bedeutet, für ein oder mehrere Jahre „weggeschlossen" zu sein. „Da hat es bei vielen im Kopf ,klick` gemacht", hat Knoop festgestellt. Über Straftaten und
ihre Folgen wurden die Jugendlichen auch bei
einem Besuch der Polizeinspektion Hildesheim informiert. Wie es bei Gericht zugeht, erfuhr die Klasse anhand eines Rollenspiels im Amtsgericht. Ebenfalls simuliert wurde ein Täter-Opfer-Ausgleichsgespräch beim „Kontakt e.V.". Schließlich nahmen sie an einem „Sozialen Trainingskurs" teil, der für jugendliche Straftäter entwickelt wurde.
Die Projektreihe soll jetzt in allen 9. Klassen bis 2006 angeboten werden.
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